Zeitungsbericht Goslarsche Zeitung (11.11.2015)

Zum Nordkap für krebskranke Kinder

Spendenläufer wollen mit Staffel von Timmendorfer Strand zum Nordkap Einrichtung in Göttingen unterstützen

Von Jörg Ciszewski

Wolfshagen. Es ist ein bisschen so, wie in dem Hollywood-Streifen „Ocean´s Eleven“, in dem George Clooney alias Danny Ocean sich die richtigen Leute für einen großen Coup sucht. Gut, wie jeder Vergleich hinkt auch dieser. Und während es im Film um einen Casino- Raub geht, führen Rolf Nolte und seine Mitstreiter Gutes im Schilde. Doch auch der Wolfshäger Leichtathlet sucht die richtigen Mitstreiter für eine Mammutaufgabe. Denn am 24. Juni soll Startschuss sein für einen Staffellauf über eine Strecke von rund 2700 Kilometern. Geplant ist, dass eine zehnköpfige Laufgruppe in 15 Tagen von Timmendorfer Strand bis zum Nordkap gelangt. Von einigen Läufern hat Nolte schon eine Zusage, natürlich vorbehaltlich beruflicher Verpflichtungen. Maximilian Knof, Niclas Minde und Rafael Lohner haben bereits in der Vergangenheit an Spendenläufen von Rolf Nolte teilgenommen. Egbert Frommhold, Stefan Leunig und Thorsten Garbeding sind neu im Team. José Weiland wird die Truppe wieder vom Rad aus anfeuern und eine ganze Reihe Nachwuchsläufer soll die Gruppe auf der ersten Etappe bis nach Kopenhagen begleiten.

Weltmeister im Team

Mit Markus Jürgens konnte Nolte für das Lauf-Team sogar einen waschechten Weltmeister im Rückwärtslaufen gewinnen. Wie es dazu kam? „Ganz einfach. Er hat mich per Facebook angeschrieben. Und weil ich gern Dinge mache, die nicht alltäglich sind, habe ich zugesagt“, erzählt Jürgens, der im alltäglichen Leben an der Universität in Münster Lehrer fortbildet. Seinen Weltmeister- Titel errang der gebürtige Emsdettener im vergangenen Jahr im italienischen Aosta-Tal. Dort setzte er sich mit 1:50,02 Stunden auf der Halbmarathon-Distanz gegen die zehnköpfige Konkurrenz von Rückwärtsläufern durch. Im kommenden Jahr will er seinen Weltmeister-Titel dann in Essen verteidigen. Die Teilnahme an dem Spendenlauf ist für Markus Jürgens viel mehr als eine bloße Trainingseinheit auf dem Weg zur Titelverteidigung. Für ihn gibt es gleiche mehrere gute Gründe: „Es ist eine tolle Möglichkeit, mit dem Sport auch etwas Gutes zu tun, mich reizt das Gruppengefühl bei einem solchen Projekt und außerdem war ich noch nie am Nordkap.“ Für den Spendenerlös kann übrigens ein Laufpate sich einen Athleten aussuchen, und für jeden von diesem Läufer zurückgelegten Kilometer einen Euro spenden. Ein Großteil des Erlöses soll dem Verein Elternhilfe für das krebskranke Kind Göttingen zugute kommen. Der Verein betreibt ein Elternhaus. „Hier haben Eltern die Möglichkeit, in der Nähe ihres Kindes, das stationär behandelt wird, zu übernachten“, sagt Rolf Nolte. Das Konzept habe ihn überzeugt. Demnächst werde er mit einigen Begleitern nach Göttingen fahren und sich die Einrichtung ansehen. Vermutlich wird ein Teil des Erlöses noch anderen karitativen Zwecken zufließen. Das ist aber noch nicht entschieden.

 

GZ_Bericht_11.11.2015