Zeitungsbericht Goslarsche Zeitung (11.07.2016)

Nebel, Hagel, Wind und Kälte können sie nicht stoppen

Spendenläufer um Rolf Nolte erreichen nach 14 Tagen und zwei Stunden das Nordkap – Athleten sind insgesamt 3166 Kilometer gelaufen

Von Jörg Ciszewski

Wolfshagen/Nordkap. ,,Alle sind gesund und munter“, vermeldet Spendenlauf-Organisator Rolf Nolte nach der Rückkehr am Sonntag. Die Spendenläufer sind zurück vom Nordkap. Die Fahrt nach Hause sei beinahe anstrengender gewesen, als der Lauf, sagt er und lacht. Freitag waren sie vom Nordkap losgefahren, bei der Ankunft im Harz zeigte die Uhr am Sonntag 19.30 Uhr. ,,Wenn nicht ständig Rentiere auf der Straße gestanden hätten, wären sie schon früher zurückgewesen“, sagt Nolte.

Ihr großes Ziel hatten die Läufer nach 14 Tagen und zwei Stunden erreicht. Und waren damit absolut im Plan. Gelaufen sind die Teilnehmer insgesamt 3166 Kilometer durch fünf Länder. ,,Die Gesamtlaufstrecke ergibt sich daraus, dass wir unterwegs und auf der Schlussetappe häufiger zu zweit gelaufen sind, erklärt Rolf Nolte. Am Nordkap angekommen, wurden – logisch – unter der weltbekannten Globus-Statue, dem Nordkap- Wahrzeichen, die Handys gezückt und Beweisfotos für die Lieben daheim gemacht und verschickt. ,,Die Nordkap-Statue sahen wir nun zum ersten Mal in echt und nicht mehr nur auf unserem Logo“, berichteten die Läufer von unterwegs. Auf der Strecke von 2900 Kilometern von Timmendorfer Strand bis zum Nordkap hatten sie es mit Regen, Hagel, Wind, Nebel und unzähligen Mücken zu tun. ,,Unseren Alexander (Fürle, die Red.) haben die Mücken besonders geplagt“, berichtet Nolte.

Ab Stockholm war das ursprüngliche Zehner- Team dann dezimiert. Stefan Leunig musste aus beruflichen Gründen die Heimreise antreten. Die letzte Etappe mit 40 Kilometern war eine besondere Herausforderung 800 Höhenmeter mussten überwunden werden. Die Steigung lag nicht selten bei rund zehn Prozent. ,,Leider erwartete uns auf den letzten Metern das typische Nordkap-Wetter“, berichteten die Athleten. Viele Wolken und Nebel verschleierten oft die Schönheit der Landschaft. Die Sichtweite betrug am Ende nur noch rund 40 Meter. Ein Grund mehr, nicht allein auf die Strecke zu gehen. So leistete Rolf Nolte für die letzten acht Kilometer dem Rückwärtslauf-Weltmeister Markus Jürgens, der die Schlussetappe von 30 Kilometern bestritt, dann noch Gesellschaft. Am Nordkap schlossen sich die Läufer in die Arme und waren· stolz auf das, was sie als Team geleistet hatten. ,,Für jeden von uns war es eine große sportliche Herausforderung, die uns für immer in Erinnerung bleiben wird und auf die wir mit Stolz zurückblicken werden“, so die Bilanz der Läufergruppe.

Die Übergabe des Spendengeldes an die „Elternhilfe für das krebskranke Kind“ Göttingen geschieht am Samstag, 6. August, im Sonnenhotel Wolfshof in Wolfshagen. Für Rolf Nolte beginnt nun eine sehr kurze Regenerationszeit. Denn er hat sich bei Markus Jürgens, dem amtierenden Weltmeister, mit dem Rückwärtslauf-Virus angesteckt. Am Donnerstag geht es für ihn zur WM nach Essen, wo er über drei Distanzen an den Start gehen wird. Mit dabei sein werden auch Isabel Grüne und Greta Schnabel vom TSV Eintracht Wolfshagen.

 

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