Zeitungsbericht Goslarsche Zeitung (02.02.2015)

Läufer schnüren Schuhe fürs Nordkap

Team um Rolf Nolte plant nächstes Jahr 2600-Kilometer-Staffel – Weltmeister im Rückwärtslauf ist mit dabei

Von Jörg Ciszewski

Wolfshagen. „Ja, ja. Zum Nordkap.“ Das hat Rolf Nolte in den vergangenen Wochen wohl oft gehört, wenn er gesagt hat, wo der nächste Spendenlauf hingehen soll. Doch der Mann vom TSV Eintracht Wolfshagen meint es ernst. ,,Das sind ungefähr 2600 Kilometer. Das Team von zehn Läufern steht schon so gut wie fest, immer vorausgesetzt, Studium und Beruf spielen mit.“ Mit den Planungen sei er schon weit, die Strecke führt nach dem Start in Timmendorfer Strand durch Dänemark, Schweden, Finnland und Norwegen und ist bereits abgesteckt. Startschuß soll am 24. Juni 2016 sein.

Neben einigen der Mitstreiter,die bei früheren Staffelläufen schon dabei waren, hat Nolte über das lnternet Sportverrückte aus anderen Teilen der Republik anheuern können. „Im Team ist neben zwei Langstreckenläufern aus Plön auch der amtierende Weltmeister im Rückwärtslaufen über die Halbmarathondistanz“, sagt Nolte. Markus Jürgens hat im vergangenen Jahr in Italien den Titel geholt und betrachtet den Nordkap-Lauf als gutes Training für sein nächstes Ziel: Im August 2016 kämpfen die Rückwärtsläufer in Essen um die WM-Krone.

Doppelt so lang

Angesichts der Mammutstrecke zum Nordkap, die in drei Wochen zurückgelegt werden soll planen die Aktiven nachts dieses Mal auch Ruhephasen ein. Das war bei den Staffelläufen in der Vergangenheit nicht der Fall. Da liefen sie rund um die Uhr, die Strecken waren aber auch wesentlich kürzer. 2010 vom Timmendorfer Strand an der Ostsee nach München (1180Kilometer), 2012 von Mittenwald nach Meran (158 Kilometer), dann 2013 von München nach Mittenwald (122 Kilometer) – und schließlich folgte Anfang August vergangenen Jahres die letzte Etappe von München bis ans Mittelmeer nach Venedig. Der Weg zum Nordkap ist ungefähr doppelt so lang wie alle vorangegangenen Etappen zusammen.

Schon beim offiziellen Empfang nach der Rückkehr aus Venedig hatte Nolte angedeutet, dass am Mittelmeer noch nicht Schluss sein soll. „Tatsächlich habe ich schon seit eineinhalb, zwei Jahren den Plan in der Schublade“, sagt er. Auch beim Nordkap-Abenteuer soll der gute Zweck eine große Rolle spielen. Nolte wirbt bei den Firmen in der Region um Spenden und Sponsoring, um den Traum wahr werden zu lassen. Ausrüstung, Verpflegung, Fahrkosten müssen finanziert werden, was darüber hinaus eingeworben wird, soll wieder gemeinnützigen Zwecken zugutekommen. Und in diesem Jahr hat sich Nolte noch etwas Besonderes ausgedacht. „Wir wollen erstmals die Zahl der zurückgelegten Kilometer der einzelnen Läufer festhalten. Und jeder im Team ist angehalten, pro gelaufenen Kilometer einen Euro Spendengeld einzuwerben.“ Auf diese Weise sind rund 2600 Euro für den guten Zweck schon einmal fix.

Nicht nur Nudeln

Eine Lehre aus dem Italien Abenteuer werden die Athleten auch ziehen. Im vergangenen Jahr gab es unterwegs fast nur Nudeln, und jeder der Jungs hatte bessere Tipps, wie die zukochen sind“, erinnert sich Nolte und lacht. Im kommenden Jahr wird ein gelernter Koch die Gruppe verstärken, aber nicht nur kulinarisch. „Dirk Scheidel aus Würzburg ist ein starker Radfahrer, der sich auf meinen Aufruf im Internet gemeldet hat.“